Stücke aus dem Regal. Verschiedene Personen wurden angefragt, Arbeiten aus ihrem Bestand für eine Dezemberausstellung vorzuschlagen. Eingereicht wurden teils neuere, teils ältere Werke. Und zwei, drei Arbeiten im Stadium der Idee. Das eigene Lager oder Archiv durchwühlen hat seinen Reiz. Besonders wenn sich die Produktion von ständig Neuem als Imperativ in verschiedenste Felder des heutigen Lebens geschlichen hat. Innovation. First oder Late Movers1. Sicher keine Slow Movers2.

Doch wie sagten bereits die RömerInnen: Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Redewendung fragt nicht nach dem Alter der einzelnen Tropfen – Wasser kann sehr alt sein und immer noch höhlen. Es versteht den Stein nicht als Markt und bewertet Tropfen nach deren Markttauglichkeit. Es fragt nicht nach dem Rhythmus des Fallens. Es geht allein um das Immer. Und das wieder. Das Dranbleiben. Die im kunstkasten ausgestellten Arbeiten können als Tropfen verstanden werden. In ihrer Kombination zwar neu. Doch die einzelnen Arbeiten entziehen sich einem Innovationskalkül. Es geht nicht um schnelle neue Ware. Sondern um Arbeiten, die ihr eigenes Verhältnis zu Bewegung – zu Raum und Zeit – haben.

Vielleicht wirken sie träge, beschreiben unnütze Ecken, dekonstruieren Architektur. Vielleicht werden sie nie so schnell dahinwelken, wie die Topfpflanze der stereotypen StudentInnen-WG. Vielleicht sprechen sie von der Weile und feiern die Dauer. Vielleicht stellen sie sich als Langsamverkehr der Geschwindigkeit. Vielleicht zeigen sie Veränderung auf oder könnten sich mit etwas Manipulation im nächsten Augenblick selbst zerstören. Vielleicht liefern sie die Möglichkeit zur verweilenden Betrachtung bereits selber mit oder versuchen konzeptuell zu berühren. Vielleicht winken sie in mechanischer Gleichgültigkeit allem und jeder/m zu – zur Begrüssung oder Verabschiedung.

Ganz im Sinne von Entschleunigung dauert die Dezemberausstellung 2018 bis im Februar 2019.

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