09. Mai 2026 — 28. Juni 2026

Martina Morger

Serving

Im Zentrum der Installation «Serving» stehen Fragen nach Arbeit, Dienstbarkeit, Eigentum und Autorinnenschaft, die Martina Morger über eine kollektive Handlung verhandelt: Üblicherweise lädt die Künstlerin das Publikum dazu ein, silberfarbene Tabletts zur Installation hinzuzufügen oder daraus zu entnehmen. In diesem fortlaufenden Prozess materialisiert sich die Doppelbedeutung des Servierens zwischen Darreichen und Leistung. Mit jeder Intervention verändert sich die räumliche, symbolische und soziale Struktur des Werks.

Im kunstkasten verschiebt sich diese Dynamik grundlegend. Da das passierende Publikum auf dem Katharina-Sulzer-Platz keinen direkten Zugang zur Installation hat, wird Partizipation durch Distanz ersetzt. Gerade diese räumliche Trennung verweist auf jene oft unsichtbaren Arbeits- und Produktionsverhältnisse, die kulturelle Prozesse prägen. «Serving» richtet den Blick damit auf Formen manueller, institutioneller und kollektiver Arbeit, die künstlerische Produktion ermöglichen, jedoch häufig im Hintergrund verbleiben. Die Installation schafft Sichtbarkeit für die Vielzahl beteiligter Akteuri:nnen, deren Beiträge ein Werk mittragen, auch wenn Autorinnenschaft letztlich einer einzelnen Position zugeschrieben wird. So reflektiert Morger nicht nur gesellschaftliche Leistungsstrukturen, sondern auch die Bedingungen kultureller Wertschöpfung selbst.


Martina Morger (*1989, Vaduz) arbeitet multimedial in den Bereichen Performance, Video und Installation. Nach Studien in Zürich, Wien und Glasgow entwickelte sie eine künstlerische Praxis, die sich mit Fürsorge, Macht, Begehren und ökologischen Verflechtungen im öffentlichen Raum auseinandersetzt. Durch körperbasierte Gesten macht sie gesellschaftliche, institutionelle und soziale Strukturen sichtbar. Als Co-Leitung des kuratorischen Kollektivs Perrrformat engagiert sie sich zudem für Performancekunst im öffentlichen Raum. Für ihre Arbeit erhielt sie unter anderem den Manor Kunstpreis (2021), den IBK-Preis (2024) und das Werkjahr der Kulturstiftung Liechtenstein (2026).


martinamorger.com