Einfach Zürich, 2019

Happy by Nature, 2019

Kunst am Bau Schulanlage Schütze, 2019, Photocredit: Dominique Meienberger

28. Mai 2021 — 30. Juli 2021

Mickry 3

Die Kunst des Recyclings

In ihren Arbeiten thematisiert Mickry 3 die Gesellschaft und ihren Wandel, bzw. untersucht deren Transformationsprozess hin zu einer überarbeiteten, überforderten und übersexualisierten Gesellschaft. Es ist eine kritische Auseinadersetzung mit aktuellen Fragestellungen nach Politik, Konsum-, Alltags- und Popkultur. Ihre Überlegungen und Denkprozesse finden schliesslich in der so charakteristischen, cartoonhaften Bildsprache ihren Ausdruck. Ihre Arbeiten sind sehr pointiert und visuell plakativ und erscheinen teilweise wie ein Gegenpol zur inhaltlich differenzierten Botschaft der Werke. Dabei geht es aber nie um eine mahnende Haltung. Viel mehr will Mickry 3 mit ihren Skulpturen, Installationen, Reliefs und Zeichnungen das Bewusstsein bei den Betrachter*innen schärfen, dass diese scheinbar alltäglichen Prozesse im Grunde äusserst komplexe Verläufe sind, die einer mehrmaligen Auseinandersetzung bedürfen.
Das Machen von Kunst manifestiert sich bei Mickry 3 oft in Skulpturen aus Materialien, welche nicht sonderlich ökologisch sind. Das Kollektiv sieht sich selber seit längerem mit dem Dilemma konfrontiert, den jeweiligen Anspruch an die persönliche Lebensweise nicht auf ihr künstlerisches Schaffen übertragen zu können. Wenn die Künstlerinnen selbst über ihre Arbeit kritisch reflektieren und spezifisch den zeitgenössischen Aspekt beleuchten, so stellen sie fest, dass insbesondere die Wahl des Materials losgelöst vom Nachhaltigkeitsgedanken getroffen wird. Mickry 3 möchte sich im Jahr 2021 intensiv mit dem Thema Recycling befassen und konstruktiv einen Beitrag leisten. Bisher gebrauchte und übriggebliebene Materialien aus dem Atelier werden für die Ausstellung im kunstkasten recyclet. In ihrer Auseinandersetzung hinterfragen sie das Material und deren Geschichte. Wie viel Abfall und Restmaterial entstand durch ihre bisherige künstlerische Arbeit? Welche Abfälle und Restmaterialien sind wieder verwertbar und in welcher Form? In welchem Zusammenhang stehen zeitgenössische Kunst und Nachhaltigkeit? Und wie will sich das Kollektiv mit seiner Arbeit in diesem Diskurs positionieren? Dass neben allem Ernst der Sache der Witz nicht abhanden kommen darf, bietet auch im kunstkasten humoristische Erleichterung.

Christina Pfander (*1980), Dominique Vigne (*1981) und Nina von Meiss (*1978) besuchten gemeinsam von 1997-2001 die F+F Schule für Kunst und Mediendesign in Zürich. Seit 1998 arbeiten sie als Kollektiv unter dem Namen Mickry 3. Jüngste Ausstellungen: Drei Brunnen für Steffisburg, Kunsthaus Steffisburg, Steffisburg (2019), Ich und die anderen, Stiftung Kunstsammlung Albert und Melanie Rüegg, Zürich (2019), Spot on, Gebert Stiftung für Kultur, Alte Fabrik, Rapperswil-Jona (2019), Jubiläumsausstellung, 40 Jahre Kunsthalle Palazzo Liestal, Liestal (2019), Sculptresses, Atelier Hermann Haller, Zürich (2018), Werk und Atelierstipendium der Stadt Zürich, Helmhaus, Zürich (2017), Gasträume 2016, Kunst auf öffentlichen Plätzen, Zürich (2016), Mickry 3 – Alex Sadkowsky, Helmhaus, Zürich (2014). Weitere Infos: https://www.mickry3.net/

Kuratiert von Katharina Lang
 

Mit freundlicher Unterstützung von